Ship's Log
Juli 2011
Wir haben die eine Hälfte
unseres Urlaubs wie immer auf dem Wasser verbracht. Die Route führte in diesem
Jahr von Heiligenhafen aus nach Dänemark: Nysted, Nyköbing, Femö, Lundeborg, Troense,
Aeroköbing und Bagenkop waren besuchten Häfen.
Frühjahr 2011
Ab dieser Saison wird AYTHYA
von einem neuen Vercharterer betreut und zieht um nach Heiligenhafen-Ortmühle.
Das erschließt ganz neue Möglichkeiten. So ist nun die dänische Südsee mit ihren
malerischen Häfen, Buchten und Küsten in direkter Reichweiter. Auch Fehmarn
liegt direkt vor der Haustür. Hier wird auch sehr viel für Landausflüge
geboten, man müsste also gar nicht weit weg segeln J.
August 2010
Wir waren wieder zwei Wochen
unterwegs. Gemütliches Familiensegeln mit unserem Zweijährigen, d.h. kurze
Etappen, Hafenaufenthalte mit Spielplatz- und Schwimmbadbesuchen, schöner
Sandstrand u.ä. Der Weg führte vom Heimathafen Herrenwyk aus zu den Stationen
Travemünde / Passathafen, Boltenhagen, Wismar (hier haben wir die MS
Deutschland getroffen), Kirchdorf und Niendorf.
Mai 2010
AYTHYA wurde im Frühjahr neu
lackiert und präsentiert sich nun in elegantem Mauritiusblau.
15. Mai 2009, SO
Lange wurde diese Rubrik
nichts mehr aktualisiert, was nicht heißt, dass nichts passiert ist. Wir kamen
nur einfach nicht dazu, weil sich privat und beruflich bei uns sehr viel getan
hat - einschneidendstes Ereignis nach dem Umzug von Oberhaching bei München in
das Rhein-Main-Gebiet war die Geburt unseres Sohnes Julian im Februar 2008, der
inzwischen auch schon über 100 nm im Kielwasser hat.
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Spielplatz im Vorschiff |
sicher von/an Bord |
warm eingepackt |
unter Motor gut gesichert auf der Bank |
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Hafenvergnügen in Orth (Fehmarn) |
bequem im Maxicosi |
Julian gibt auch hier den Kurs an |
fröhlich tuckernd auf der Trave |
In diesem Jahr gehen wir mit der AYTHYA in die vierte Chartersaison. Darauf sind wir sehr stolz, denn unser Konzept, das Schiff optimal auszustatten und in Schuss zu halten und auf die pflegliche Benutzung unserer Chartergäste zu vertrauen, geht auf. Es sind kaum Schäden zu beklagen, lediglich beispielsweise verlorene Wischkurbeln, ein ondulierter Bugkorb oder der eine oder andere Kratzer, alles in allem nicht dramatisch. Nur eine kapitale Grundberührung, die ein Charterkunde verschwiegen hat, hat unsere Stimmung beim Auskranen kurzzeitig getrübt - aufgrund des Langkieler-Lateralplans der AYTHYA und der sehr soliden Bauweise hielt sich der strukturelle Schaden jedoch zum Glück in Grenzen und konnte im Winter 2007/2008 behoben werden. Die Auslastung ist sehr gut, inzwischen hat sich die AYTHYA einen getreuen kleinen Kreis von Stammbuchern geschaffen, die es jedes Jahr aufs Neue genießen, mit ihr unterwegs zu sein. Dazu kommen immer wieder neue Kunden - für viele von ihnen ist ein Törn mit der AYTHYA der Einstieg in das klassische Yachtsegeln. Das Schiff wird in jeder Saison besser und besser, es werden die gesamten Chartereinnahmen reinvestiert. Hier ein kleiner Auszug der erledigten Arbeiten bzw. neu angeschafften Ausrüstungsgegenstände:
Winter 2008/2009:
· Neuer Farbseekartenplotter Raychart 435i mit Seekartenmodul von Finnland bis Südnorwegen einschließlich Dänemark und deutscher Ostseeküste (als Ersatz für den Garmin GPS 232, der nur in Graustufen anzeigte)
· Neuer Wetterempfänger NASA Clipper 147 khz (er löst den unzuverlässigen Fastnet FMD 20 ab, der sich vor allem durch den nutzlosen Verbrauch von Druckerpapier hervortat)
· Neuer Batteriecontroller NASA
· Neuer Augbolzen im Cockpit zum Einpicken
· Neuer Kompass im Kajütschott - der alte hatte bis zu 20 Grad Mißweisung
· Neue Motorüberwachungsinstrumente (Drehzahl, Öldruck, Temperatur)
· Austausch des UKW-Funkgeräts wegen Wackelkontakts am Lautstärkeregler
· Neue Fallenführung mit Umlenkung - Holepunkte jetzt am Mastfuß für stabileren Stand und besseren Krafteinsatz
· Neues Travellersystem - kugelgelagert und leinenverstellbar
· Kajütfenster teilweise neu gedichtet
· Decke über Vorschiffkoje neu lackiert
· Holzteile außen komplett neu lackiert
· Rettungsinsel gewartet
Winter 2007/2008:
· Neue Kompressorkühlbox mit Danfoss-Kompressor und 31 l Inhalt
· Neue Süßwasserfußpumpe von Whale für Spülbecken
· Neue Kojenpolster im Salon
· Kocherschapp mit Edelstahl ausgekleidet
· Undichtes Kajütdach über Vorschiffkoje aufwändig repariert
· Schauloch bei Fäkalientank nachgerüstet
· Achtere Backskiste für bessere Zugänglichkeit mit Steckschott nachgerüstet
Winter 2006/2007:
· Neue Genua
· Baumniederholer nachgerüstet
· Neues CD-Radio mit AUX-Eingang für MP3-Player
· Neuer Halogen-Handscheinwerfer von Aquasignal
Lange Diskussionen hatten wir zum Thema "Rollfock ja oder nein". Derzeitiger Sachstand: Die klassische Konfiguration mit Stagreitern bleibt vorerst erhalten, zumal wir vier Vorsegel für die AYTHYA haben, die ansonsten nicht mehr verwendet werden könnten. Uns ist bewusst, dass damit erhöhte Anforderungen an die Seemannschaft der jeweiligen Crew gestellt werden, andererseits macht das ja den Reiz des Segelns mit so einem Schiff aus. Und es sollte selbstverständlich sein, dass man nur mit angepasster Segelfläche unterwegs ist, auch wenn dies ab und zu einen Vorsegelwechsel beinhaltet.
Beim Großsegel tragen wir uns mit der Nachrüstung von Lazyjacks - diese Änderung fällt optisch nicht weiter ins Gewicht, kann das Leben für den Vorschiffmann beim Segelbergen jedoch erheblich vereinfachen. Wir freuen uns auf Feedback - schreiben Sie uns.
Was noch auf dem Plan steht: Eine Kuchenbude wäre schön - vielleicht nehmen wir das in Angriff, wenn sowieso die Sprayhood erneuert werden muss.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Stöbern auf unserer Homepage undTräumen und Planen Ihres persönlichen Segelabenteuers 2009 sowie Mast- und Schotbruch und immer eine Handbreit Rotwein im Glas.
Ihre
Susanne und Michael von Kessel
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5.-22.Mai 2006: Überführung von AYTHYA: Stockholm (Karlslund) nach Lübeck
4. Mai 2006, DO (Michael)
Noch einmal Großkampftag: Das Rigg wird eingestellt (vorher stand der Mast krumm und schief), das Schiff komplett umgetrimmt, so dass es endlich gerade liegt, der Seekartenplotter nebst zwei 12-Volt-Steckdosen angeschlossen, die Rettungsinsel montiert, der Autopilot ("Moaning Myrtle") angeschlossen und dergleichen mehr. Wir verschieben die Abfahrt endgültig auf morgen, Freitag.
3. Mai 2006, MI (Michael)
Heute wird der Mast gestellt.
Alle Versuche, bis zur letzten Minute doch noch das Koax-Kabel in den Mast zu
bekommen, scheitern leider. Jetzt müssen wir ohne UKW-Funk in See stechen - für
mich als Sicherheits-Freak eine unangenehme Vorstellung. Zudem müssen wir wohl
in Lübeck den Mast noch einmal herunternehmen. Susanne fährt danach zu Wilfrid,
unser Auto wegbringen. Ich nehme derweil wieder den Kampf gegen die Uhr auf -
wir wollten doch morgen los? Aber daraus wird wohl nichts.
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Sortieren der Wanten |
Der Mast hängt am Kran |
Einpassen |
Zufriedene Eigner |
2. Mai 2006, DI (Michael)
Bis zur letzten Minute
arbeiten wir beide, bevor die Männer mit dem großen Kran anrücken.
Millimetergenau wird unsere AYTHYA auf einen mit hydraulischen Stützen
versehenen Hafentrailer gesetzt. Kleinere Schiffe werden hier nicht gekrant,
sondern mit diesem Anhänger über einen Slip ins Wasser gefahren.
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Zwei Bänder unter dem Rumpf |
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Prüfende Blicke |
Passt alles? |
Daumen drücken |
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Aythya fliegt! |
die Marina-Profis verstehen ihr Geschäft |
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auf den Hänger zum Transport |
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Aythya fährt! |
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ob sie wohl schwimmt? |
Aythya schwimmt! |
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Schwups, schwimmt unser
Schiffchen. Sie sieht ohne Rigg etwas komisch aus. Der große Moment kommt, nach
nur zwei Sekunden Vorglühzeit dreht Annika, die Ex-Eignerin, den Zündschlüssel
auf die Startposition und auf den ersten Schlag kommt der Diesel und verfällt
in ein sonores Tuckern. Schon auf den ersten Metern merke ich: Der Motor ist
ein Traum. Genug Schub in allen Lebenslagen und kein feststellbarer Radeffekt.
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Michael erstmals an Bord |
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Michael am Steuer |
Annika - die Vorbesitzerin |
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Der fast perfekte Tag wird ein wenig dadurch vermiest, dass ich das Einziehen des neuen UKW-Kabels in den Mast verbocke - kurz, bevor wir durch sind, reißt die geklebte Verbindung ab, und weder das alte, noch das neue Kabel sind drin. Zu allem Überfluss ist der Kabelkanal in unserem schönen Holzmast auch noch ausgeschäumt. Mit dem Kabel für das Topplicht klappt alles problemlos - aus Erfahrung klug geworden haben wir die Verbindung gelötet. Als es schon dunkel ist, schaffen wir noch, unsere neue Schiffsheizung in Betrieb zu nehmen - wir haben an unserem Liegeplatz keinen Landstrom, und nachts ist es noch bitterkalt.
1. Mai 2006, MO (Michael)
Die meiste Zeit geht dafür drauf, einen Batteriekasten nebst Fundament für die neue AGM-Batterie zu bauen. Wenn sich 30 kg Batterie unterwegs in der Backskiste selbständig machen sollten, kann das böse Folgen haben. Außerdem wird ein vorhandener Batteriekasten aus- und der verbleibende für die Starterbatterie umgebaut. Alles klappt wie geplant, und die neue Batterie wird an ihren Platz gehievt und festgezurrt. Die Elektrik ist schnell gemacht, und abends ist das gute Stück am Netz. Daneben werden noch viele andere Punkte auf der Jobliste wie z.B. der Echolotgeber erledigt. Wir müssen auf die Tube drücken, morgen kommt unser gutes Stück ins Wasser. Susanne hat einen Bombenjob beim Unterwasserschiff-Anmalen gemacht und erledigt noch die letzten Finisharbeiten.
30. April 2006, SO (Susanne)
Heute ging die Arbeit los bzw. für Michael ging sie weiter. Ich mache mich daran, das Unterwasserschiff anzuschleifen, damit die neue Antifouling-Farbe hält. Atemschutz ist wichtig, sonst gäbe es ziemliche Kopfschmerzen am nächsten Tag. Das Gröbste mache ich mit dem Exzenterschleifer, dann nochmal mit dem Schleifpapier per Hand. Einige Muscheln sitzen noch in der Hohlkehle des Ruders, die müssen rausgekratzt werden.
Michael baut unterdessen den Log-Geber ein, der die Geschwindigkeit des Schiffes durchs Wasser anzeigen wird. Dazu hat er gestern schon ein Loch ins Boot gefräst, das nun gründlich mit Epoxy-Harz verschlossen wird, nachdem der Geber montiert ist. Epoxy wird überall verschmiert, wo dichte Verbindungen erstellt werden sollen. Eines der "Must-Have"s an Bord.
Nun rüste ich mich mit
Gummihandschuhen und Malerzubehör aus und malere das Unterwasserschiff. Unsere
Antifouling-Farbe ist weniger rot als die bisherige, mehr ein rostrot / rotbraun.
Nach dem ersten Anstrich 4-5 Stunden trocknen und dann der zweite Anstrich.
Alles, was im Wasser ist, muss bemalt werden (ausser der Schraube), da sich
ansonsten kleine Muscheln festsetzen, die wie eine angezogene Handbremse
wirken. Hier in den schwedischen Schären ist das recht unproblematisch, da der
Salzgehalt sehr gering ist und sich nur rel. wenig Bewuchs festsetzt. In der
wesentlich salzhaltigeren südlichen Ostsee macht das jedoch mehr
Probleme.
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Streichen des Unterwasserschiffs |
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Es ist heute sehr windig, so dass ich mit der Abdeckplane des Schiffs kämpfe, damit sie nicht an die frische Farbe kommt. Ganz entfernen wollen wir die Plane noch nicht, da wir das Cockpit als Abstell- und Arbeitsplatz brauchen. Und das Wetter ist zum einen sehr wechselhaft und andererseits ist durch den nächtlichen Tau morgens sowieso alles nass.
Michael ist sehr produktiv,
baut an Echolot-Geber, Kompass, Bidata-Anzeige für Wassertiefe und
Geschwindigkeit, Krängungsmesser, verschiedene Haken innen werden montiert.
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Arbeit an der Schalttafel |
immer wieder zeitkritische Klebeaktion |
ein Meer von Schiffen an Land |
29. April 2006, SA (Susanne)
So, heute geht es auch für mich los. Um acht Uhr geht es im strömenden Regen zu Fuss zur S-Bahn und zum Flughafen. Um 11:40 geht der Flug von München nach Hamburg. Ursprünglich war der Flug für 11:20 gebucht, aber dba hat den Flieger einfach nach hinten verschoben. Wäre ja auch kein Problem, wenn ich so nicht den Bus vom Flughafen HH nach Lübeck Bhf. verpasst hätte. Alternativen gibt es nur über den Bhf. Hamburg. Also in den nächsten Bus und erstmal telefoniert, um herauszufinden, wann in Hamburg ein Zug nach Lübeck geht und ob es zum Flieger nach Stockholm reicht. Die Auskunft im Handy machts möglich. Die Zeit am Bhf. Hamburg langt nicht aus, um den Abfahrtsort und -zeit des Busses, der direkt zum Flughafen Lübeck fahren würde, zu suchen. Also steige ich in den Zug um 14:05 und fahre schwarz nach Lübeck. Zum Anstehen am Ticketschalter fehlte mir die Lust und offenbar fehlte den Kontrolleuren die Lust, um Zug zu kontrollieren und Tickets zu verkaufen. In Lübeck wäre ich fast wieder zum Flughafen HH zurückgefahren, denn der Busfahrer sagte auf meine Frage, ob er zum Flughafen fahren würde "Ja" und verlud den Koffer. Glücklicherweise habe ich noch gefragt, wie lange wir brauchen und "ca. 1,5 Stunden" war doch überraschend - er sprach vom Flughafen HH, ich vom Flughafen Lübeck - irgendwie zuviele Flughäfen rundum ;-) Dann war der richtige Bus aber doch noch gefunden und um 15:50 war ich am Flughafen - pünktlich 10 Min. vor dem Schliessen des RyanAir-Check-Ins. Beim Durchleuchten des Gepäcks fiel der Extender-Schleifer im Koffer auf - verständliche Irritation. Nun lief alles plangemäss, Start in Lübeck, Landung in Skavsta, Bustransfer nach Stockholm (City Terminalen, ca. 80 Minuten). Nach kurzer Telefonabstimmung habe ich auch Michael gefunden. Er war überrascht, dass ich meine blau-gelbe Segeljacke nicht anhabe; ich war überrascht, denn sie war meines Wissens schon im Januar mit nach Stockholm gebracht und bei Wilfrid gelagert worden. Aber meine Erinnerung trog - ich stand ohne Segeljacke da - und das mit diesem Törn vor uns und 7 Grad Celcius.
Wir fuhren raus nach Tyresö, wo Camilla schon mit leckerem Abendessen auf uns wartete. Und nicht nur das - als sie von der vergessenen Segeljacke hört, geht sie in den Keller und kommt mit ihrer Jacke zurück - passt perfekt - gerettet!
Am Ende des Abends fahren wir zur Karlslund Marina, wo AYTHYA noch an Land steht. Michael hat mich vor Chaos gewarnt, aber es ist alles aufgeräumt und im Vorschiff lässt es sich auch an Land gut schlafen. Stromversorgung funktioniert, so dass der Heizlüfter für gemütliche Wärme sorgt. Die ersten Dinge sind sogar schon montiert, der äussere Teil des Schaltkastengehäuses und auch der Chart-Plotter mit seinem individuellen Arm sind schon an Ort und Stelle.
28. April 2006, FR (Michael)
Ausgeschlafen und von einem
leckeren schwedischen Frühstück gestärkt geht es am nächsten Morgen weiter. Ich
fahre einen anderen Weg als am Vorabend, der mich weiter nördlich wieder auf
die Autobahn nach Stockholm bringen soll. Eine wildromantische Berglandschaft
tut sich vor mir auf, es tauchen vereinzelt die ersten Gehöfte auf mit ihren
berühmten rotbraun gestrichenen Holzgebäuden. Es sieht aus wie in Bullerbü,
jeden Moment könnten Lasse, Bosse oder Ole um die Ecke biegen. Mittags
bin ich dann bei Wilfrid, wo wir erst einmal Tee trinken, um dann des Nachbarn Scheune
von den dort eingelagerten Innereien der AYTHYA (Polster, Segel, Kühlschrank
und vieles mehr) zu befreien. Danach geht es zum Schiff. Wilfrid möchte gerne
helfen, doch ich muss mit dem Chaos und meinen Gedanken erst einmal
allein sein. Tatsächlich schaffe ich es noch am selben Tag, das wichtigste an
Ausrüstung, Proviant und Werkzeug zumindest an Deck unter die Abdeckplane zu
schaffen. Inmitten dieses trostlosen Chaos fühle ich mich doch recht verlassen
und falle nach einem japanischen Fertiggericht müde zum ersten Mal in AYTHYA's
Vorschiffkoje, die für die nächsten viereinhalb Wochen meine Schlafstatt werden
soll. Es ist saugemütlich und ich schlafe ausgesprochen gut.
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Das Cockpit - noch mit Winterplane |
Schiff im Arbeitsmodus |
27. April 2006, DO (Michael)
Wie bei der Bundeswehr wird
um sechs geweckt, und nach einem Teefrühstück mit Vatern (wie früher in der
Döbereinerstrasse) geht es weiter, zunächst nach Lübeck. Dort warten der neue
Anker, die Batterie und die 45-m-Schleppleine darauf, auch noch einen Platz im
Passat zu finden. Das Auto ist wirklich ein Raumwunder. Sogar die zwei 10l-Dieselkanister,
die an Renis Adresse geliefert wurden, gehen noch rein. Nach einer Tasse Tee
bei meiner Cousine geht es weiter nach Norden. Die zwei Fähren
(Puttgarden-Rødbyhavn und Helsingör-Helsingborg - oder war es umgekehrt?)
meistern wir souverän, aber es zeichnet sich ab, dass ich die anvisierte
Ankunftszeit von 21 Uhr nicht schaffe. Auch die absolute Deadline für die
Ankunft bei unserem Freund Wilfrid (seine Frau muß morgens sehr früh raus und
deshalb pünktlich in die Falle) ist nicht zu machen, und so suche ich mir ein
Hotel für die Nacht. Leider lasse ich mich von einem Schild sehr in die Irre
führen und fahre in strömendem Regen bei stockfinsterer Nacht irgendwelche
Serpentinen hinauf und hinunter. Mehr und mehr entferne ich mich von der
Autobahn, um irgendwann mitten im nichts an einem riesigen Hotelkomplex
anzukommen. Mir wird gesagt, dass sich dort ein toller "Vattenfall"
befindet, also ein Wasserfall. Aufgrund dichten Nebels ist von dem jedoch am
folgenden Tag nicht viel zu sehen. Der Nachtportier möchte eigentlich 1.270
schwedische Kronen für das Einzelzimmer, nachdem er aber hört, dass wir
aufgrund des Kaufs eines schwedischen Segelboots eigentlich pleite sind, gibt
er mir das Zimmer für 800. Sehr nett. Müde falle ich nach einem Telefonat mit Susanne
ins Bett.
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Fahrt ins Ungewisse |
das erste rote Schweden-Haus |
26. April 2006, MI (Michael)
Kaum zu glauben, der ersehnte
Tag ist da. Heute soll es nach Stockholm gehen. Vorher gibt es leider eine
kleine Aufgabe zu lösen, es soll ein Wohnzimmer voll Ausrüstung und Fressalien
in unseren Kombi verstaut werden. Dumm nur, dass die Abfahrt für 7 Uhr geplant
war - daraus wird wohl nichts. Vormittags meldet sich mein Vater telefonisch,
um eine Stunde später auf dem Hof im Loh einzubiegen und seine Hilfe
anzubieten. Um 14 Uhr ist alles geschafft, die vollkommen überladene Fuhre
setzt sich gen Norden in Bewegung. Mein Vater kommt mit, Etappenziel für heute
ist Goslar, wo wir den Tag in "Schorses" Kneipe bei einem riesigen
Steak ausklingen lassen.
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Voll bis unters Dach |
Kaum noch Platz |
Auch das Dach genutzt |
22. April 2006, SA (Susanne)
Heute waren wir beim "Bunkern" - Grosseinkauf für den Törn. Alles was man so braucht von Spüli, Müllbeutel und Wasser über Pfeffermühle, Nudeln, Schokolade, Knoblauch (reichlich! - wann haben schon so wenig Leute und so viel frische Luft um uns ;-)) bis hin zu Rotwein, Espresso, Nesquik und Spirituosen (in Schweden ist Alkohol teuer und wer weiss, wessen Hilfe wir unterwegs benötigen...). Nachdem wir mit dem Auto fahren, können wir uns schon hier ausstatten. Nun sind wir zumindest sicher, dass wir auch während einer lange Flautenzeit nicht verhungern.
Mit Ölwechsel und Sommerreifen ist auch das Auto fit für die Strecke.
Mom. ist es in Schweden leider noch nicht so warm wie heute in München - Tiefsttemperatur -4 Grad! Brrr! Aber noch ist eine Woche Zeit.
21. April 2006, FR (Susanne)
Michael fährt mit dem Kartenplotter-Arm nochmal zu Stefan, um eine grössere Platte an die Halterung schweissen zu lassen. Wir sind gespannt auf den Produktiv-Einsatz ;-) Auch der Schalttafel-Kasten wird nochmal verstärkt, da wir zu den geklebten Verbindungen bei diesem Einsatz kein wirkliches Vertrauen haben.
Ich überlege, wie sich der Verlauf unserer Reise visualisieren und mit dem Log verbinden lässt. Eine Schnittstelle vom Kartenplotter zur Homepage wäre gut, denn da wird der Weg sowieso aufgezeichnet. Vielleicht klappt's über die installierte Software auf dem Rechner, von dem aus Michel unser Revier in den Plotter geladen habt. Mal experimentieren....
Heute Nachmittag haben wir gemerkt, dass unser Gästebuch verschwunden ist. Ursache des Übels: da Anna und Christian uns dankenswerterweise mit der Einrichtung des Gästebuchs geholfen haben (www.kesselweb.de - sehr empfehlenswert!), haben sie es direkt auf dem Server eingebunden. Ich hatte jedoch eine lokale Kopie des gesamten Internet-Auftritts und habe beim Aktualisieren des Inhaltsverzeichnisses versehentlich wieder den alten/falschen Link hochgeladen. Tücken der Technik. Leider leider sind nun die alten Einträge verschwunden! Es war KEINE Zensur - bitte tragt Euch einfach nochmal ein!
20. April 2006, DO (Susanne)
Heute hat Michael den Arm abgeholt, auf dem der Kartenplotter montiert wird. Es soll ein schwenkbares System sein, so dass man sowohl von aussen ablesen kann - dann wird der Arm in den Niedergang geschwenkt - als auch das Gerät aus dem Weg schwenken kann. Zudem muss die Konstruktion abnehmbar sein, da der Kartenplotter ein Extra für die Chartergäste wird. Die Konstruktion ist brechstabil, allerdings fürchten wir, dass die Platte, mit der der Arm an die Seite des Schalttafel-Kastens montiert wird zu klein ist und daher das Holz das Gewicht nicht hält. Ansonsten passt es wunderbar - wie immer gute Arbeit von Stefan Tremel (diesmal mehr praktisch als künstlerisch - Danke Stefan!): www.kunst-designobjekte.de
Eine Graphik hilft sicher beim Nachvollziehen meiner Beschreibung - kommt noch ;-)
19. April 2006, MI (Susanne)
Blöd, die Benzinpreise steigen..... - stört ja unser Segelboot nicht, aber die An- und Rückfahrt München - Stockholm - München....
Michael hat die Tür unserer
Schalttafel, wo lauter Anzeigen montiert werden, heute zum Schreiner gebracht,
da sie sich leider verzogen hat und nun ziemlich krumm ist. Nun wird sie in
einer Presse geplättet, aber der Schreiner macht wenig Hoffnung, dass das
Ergebnis von Dauer ist. Er empfiehlt eine größere Dicke und damit mehr
Stabilität - und mehr Gewicht. Na ja, etwas leichter wird die neue Tür noch, da
Michael nun die Löcher für die Instrumente noch mal schneiden muss.
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Michael sägt den Schaltkasten |
18. April 2006, DI (Susanne)
Die Rückführung des Autos von Stockholm nach Lübeck klappt nicht wie geplant. Wir brauchen das Auto zu lange vor Ort in Stockholm und unsere Rückfahrer können leider nicht knapp eine Woche Urlaub im teuren Schweden machen. Also buche ich einen Flug von Lübeck nach Stockholm für den 20.5., beantrage Urlaub für MO 22.5. und werde das Auto am Sonntag nach Lübeck bringen und am MO per Flieger oder Zug nach München zurückkehren. Michael bastelt ja noch ein paar Tage mit seinem Vater.
Es werden zwar ein paar Kilometer, aber ich freue mich drauf. Ich glaube, das wird genau richtig sein, um die Reise Revue passieren zu lassen und den Urlaub mental zu verdauen.
26. Januar 2006, DO (Susanne)
Der erste Entwurf der "Aythya"-Homepage entsteht während eines Kurzurlaubs auf Fehmarn in der "Alten Schule". Tagsüber lassen wir uns draussen durchblasen und abends bastelt es sich wunderbar bei heisser Schokolade und Grog. Was ein echter Seefahrer sein will, der muss auch Grog vertragen - also ist trainieren angesagt ;-)
10. November 2005, DO (Susanne)
Endlich - um 11:09 Uhr leuchtet das Handy: "Hallo mein Schatz, das Schiff gehört uns! Glückwunsch und Kuss, Michael". So breit habe ich in einem Workgroup-Meeting lange nicht mehr gegrinst!
Nun sind wir also Schiffseigner - und jetzt geht's erst richtig los....